Einfach los – 300km durch Frankreich

13
Januar, 2018
 

Das Bild kennen die Wenigsten. Entstanden ist es kurz nach meinem 19ten Geburtstag vor 5 Jahren. Aber wieso ist es so wichtig für mich?

Ich hatte als Kind schon immer einen Traum. Der Grund ist nicht sehr schön und eigentlich auch nicht so wichtig. Ich habe nie mit Jemandem darüber geredet, weil ich als Kind generell zu viel für alle geredet habe und lernen musste, die „Klappe zu halten“ Heute kann ich da sehr gut drüber stehen und die Menschen wissen, was mir Freiheit bedeutet.

Damals saß ich als 7-jährige mit Tränen in der Dunkelheit an meinem Fenster und schwor mir eine Sache:

– Eines Tages packe ich meinen Rucksack und laufe los. Und Niemand wird mich festhalten –

Das Gefühl genau das zu tun, hat die Tränen verschwinden lassen, denn es gab etwas, wofür ich leben wollte.

Und dann saß ich eben eines Tages im Auto und wollte etwas ganz Verrücktes machen. Ich hatte dieses Gefühl von damals in mir und dachte mir: Jetzt oder nie!

Viele Leute hatte ich nicht eingeweiht, weil es eine Reise für MICH sein sollte. Also ging ich in die Stadt, kaufte mir einen Autofahrplan von Frankreich und schaute, wie viele Kilometer ich in meinen 3 Wochen Urlaub schaffen würde. Start sollte Reims sein. In der Mitte Frankreich.
Das Ziel?
Meer!

Ich höre noch heute die Worte meines Kollegen damals: „Lauf doch nach Dieppe!“ Keine schrägen Blicke, keine Worte wie: „Ach lass das doch!“ Ich war wild entschlossen und dankbar solche Menschen zu kennen, die mich in meinem Vorhaben bestärkt haben.

Also schnappte ich mir einen Rucksack, ein Zelt und für Samir gab´s eine ganze Ration Futter. In Reims habe ich einfach bei wildfremden Menschen, die kein Wort Englisch konnten geklingelt und gefragt, ob ich mein Auto dort stehen lassen kann für die nächsten 3 Wochen. Und dann lief ich 300 Kilometer an die Westküste., meinem treuesten Begleiter Samir.
Angst hatte ich keine, denn ich ich glaubte einfach daran, dass alles gut ausgehen wird.

Niemals werde ich diesen Augenblick vergessen, als ich mit Samir oben auf den Kreidefelsen stand und er das Meer zum ersten mal sah. Er war nie ein sehr lebhafter Hund und ich hatte ihn damals nie so ausgeflippt erlebt. Wie ein Irrer hat er mich die Treppen runtergezerrt und ist den ganzen Tag am Strand auf und ab gerannt. Alleine dafür hat es sich mehr als gelohnt. Mich hat das mit so einer Glückseeligkeit erfüllt und noch heute liebt er das Meer.

Dort ist auch das Foto entstanden. Mit einer 0815 Kompaktkamera, die ich auf einen Felsen gestellt habe mit 15 Sekunden Selbstauslöser.

Wir sind einfach los und haben wie die Wilden, ohne viel Geld in der Tasche 15 Tage Frankreich durchqueert.
Ich würde es jederzeit wieder tun.

ORIGINAL BEITRAG: http://bit.ly/2HRZzmw

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